Adelheid Duvanel

Adelheid Duvanel wird 1936 in Basel geboren, ihre Kindheit verbringt sie als älteste von vier Kindern in Pratteln und Liestal. Mehrfach hochbegabt schreibt sie bereits als Kind erste Geschichten, zeichnet und malt. Im Jugendalter folgen einige Hörspiele und ein Theaterstück. Doch im strengen und religiösen Elternhaus erhält Adelheid nicht die nötige Unterstützung und Wärme. Sie gerät in seelische Schwierigkeiten, bricht das Gymnasium ab, besucht ein katholisches Internat und wird schliesslich psychiatrisch behandelt. Da das Schreiben in den Augen ihrer Eltern nicht Beruf sein kann, beginnt sie eine Lehre als Textilzeichnerin, muss diese aber aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Sie besucht fortan Kurse in Malerei und Grafik, schreibt und malt. Ihre erste Geschichte kann sie mit 19 Jahren veröffentlichen. Doch erst als Fünfzigjährige wird sie von der Schriftstellerei bescheiden leben können.

1962 heiratet sie den Balser Maler Joseph Duvanel und gibt das Malen für lange Zeit auf. Es wird eine schwierige Ehe, sie ist psychisch und materiell abhängig und vermag es lange nicht, sich aus dem Netz von Verletzungen zu befreien, die diese Bindung mit sich bringt. Sie sieht sich zum Beispiel gezwungen, mit Nebenfrau und deren Kind im gemeinsamen Haushalt zu leben. 1964 kommt ihre gemeinsame Tochter Adelheid zur Welt, die sie später als Aidskranke und Kokainsüchtige pflegen wird. Einzig der vorübergehende Aufenthalt 1968/69 auf der spanischen Insel Formentera scheint ihr und ihren seelischen Qualen etwas Linderung zu bieten.
Ihre Texte kann sie ab den frühen Sechzigerjahren regelmässig in den Basler Nachrichten publizieren. Eine erste literarische Anerkennung erhält sie 1976 mit der Veröffentlichung von Erzählungen im Pharos-Verlag, finanziert durch den Basler Literaturkredit. Weitere Preise und neun Erzählbände folgen.
Trotz der vielen Publikationen bleibt ihr der Erfolg bis kurz vor ihrem selbst gewollten Tod 1996 nicht beschieden. Sie lebt nach der Scheidung 1985 zurückgezogen, schreibt auch journalistische Texte, malt wieder, kümmert sich um Tochter und Enkelkind, unterbrochen von Aufenthalten in der Psychiatrischen Klinik in Basel.
Adelheid Duvanel gilt mittlerweile in Fachkreisen als grosse Dichterin, allein das breite Publikum kennt sie und ihre Welt bis heute nicht.